kfd Ortsgruppe Hechingen

Liebe Frauen,

Wir haben für Euch Textbeispiele zusammengestellt, die Ihr so verwenden oder für Euch passend abändern könnt. Natürlich könnt Ihr auch einen ganz eigenen Text verfassen.

Wichtig, je mehr Post eingeht, desto wirkungsvoller und eindrücklicher ist die Aktion. Also motiviert möglichst viele Frauen mitzumachen.

Wir freuen uns auf Eure zahlreiche und kreative Unterstützung.

 

Textbausteine

1.

  • Sexueller Missbrauch und Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Kleriker
  • Versuche im Verantwortungsbereich der Bischöfe diese Taten zu vertuschen
  • Festhalten am Zölibat
  • Ausschluss von Frauen aus wichtigen kirchlichen Weiheämtern
  • 2030

Ohne mich!!!

 

2.

Sehr geehrter Herr Erzbischof Burger,

ich fordere Sie auf, keine Missbrauchstäter, -dulder, und- vertuscher im Amt zu lassen. Täter sollen an weltliche Gerichte überstellt werden. Desweiteren fordere ich Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche, sowie die Aufhebung des „Pflichtzölibats“. Die Sexualmoral der Kirche muss sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen ausrichten.

Und ich fordere Sie auf, sich hierfür in der Bischofskonferenz und bei Papst Franziskus mit allem Nachdruck einzusetzen.

 

 3.

Sehr geehrter Herr Erzbischof Burger,

ich wünsche mir eine Kirche der Zukunft,

  • in der das Wort Jesu nicht nur verkündet, sondern auch gelebt wird,
  • in der Missbrauch, Misshandlung, Machtgier und Ausgrenzung keinen Platz haben,
  • in der das Zölibat und die Ausgrenzung von Frauen aus wichtigen Weihämtern der Vergangenheit angehören,
  • in der Gemeinschaft und Zugehörigkeit erfahren werden kann und nicht immer größeren Strukturen zum Opfer fallen.

Ich fordere Sie auf, sich in allen Gremien und auf allen Ebenen für diese Kirche der Zukunft einzusetzen.

 

4.

Sehr geehrter Herr Erzbischof Burger,

Maria Magdalena war die Erste am Grab Jesu. Sie war die Erste, die dem Auferstandenen begegnete. Sie gehörte zu den engsten Begleiterinnen Jesu und blieb, als die Männer aus Angst wegliefen.

Schon die alte Kirche kannte den Ehrentitel „Apostola Apostolorum“ für Maria Magdalena (Hippolyt von Rom). 2016 wurde der bisherige Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena offiziell zum Festtag erklärt. Das liturgische Gedenken der heiligen Maria Magdalena am 22. Juli wird nun mit der gleichen Feierlichkeit begangen wie bei den männlichen Aposteln. Damit ist Maria Magdalena neben der Gottesmutter Maria die erste und bis jetzt einzige heilige Frau, deren liturgische Feier im Römischen Generalkalender als Fest aufgeführt wird!

Obwohl es mittlerweile in der Exegese einen breiten Konsens darüber gibt, dass neben Maria Magdalena auch andere Frauen (z.B. Junia, Phoebe, Lydia)  in der Urkirche verantwortungsvolle Aufgaben hatten und für die Ausbreitung der christlichen Botschaft von tragender Bedeutung waren, verweigert unsere Kirche bis heute Frauen den Zugang zu allen Weiheämtern.

Aus meiner Sicht gibt es keine schlüssige theologische Begründung für den Ausschluss von Frauen vom Weiheamt! Ich fordere daher Frauen in Leitungspositionen, am Altar, als Gemeindeleiterin mit allen Verantwortungen und Rechten.

Und ich fordere Sie auf, sich hierfür in der Bischofskonferenz und bei Papst Franziskus mit allem Nachdruck einzusetzen.

 

 5.

 

Sehr geehrter Herr Erzbischof Burger,

  • Missbrauchsskandale in der Kirche, Bischöfe, die die Täter decken und eine Überstellung an weltliche Gerichte verhindern,
  • Machtmissbrauch, Veruntreuung von Kirchengeldern,
  • Ausgrenzung von Frauen, homosexuellen Menschen und Geschieden-Wiederverheirateter …
  • Immer mehr Gläubige, die sich von der Kirche distanzieren und ihr den Rücken kehren.

Was muss noch passieren, dass die Kirche endlich umkehrt und sich vom herrschenden Klerikalismus löst?

Wir fordern Sie auf, sich für eine Kirche einzusetzen, in der alle Menschen gleichberechtigt Zugang zu allen Weiheämtern und Sakramenten haben und ihrer Berufung folgen können.

Wir fordern Sie auf, dass Sie sich dafür einsetzen, dass Machtmissbrauch und der Missbrauch Schutzbefohlener keinen Platz und keinen Schonraum haben.

 

6.

 

Sehr geehrter Herr Erzbischof Burger,

um den Missbrauch in der Kirche wirkungsvoll zu stoppen und die Kirche dergestalt zu erneuern, damit sie die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit wieder erreicht, braucht es radikale und zeitnahe Veränderungen in den Strukturen:

  • Schonungslose Aufdeckung der Missbrauchstaten,
  • die Zusammenarbeit mit den Justizbehörden,
  • sowie eine zeitgemäße Anpassung der Sexualmoral
  • Zulassung von Frauen in alle kirchlichen Weiheämter,
  • Zulassung von Homosexuellen und Geschieden-Wiederverheirateter zu allen Sakramenten
  • Abschaffung des Zölibats,

Meine Geduld ist am Ende. Deshalb bitte ich nicht mehr, sondern fordere Sie auf, sich für die unabdingbaren strukturellen Veränderungen in der Kirche ernsthaft und engagiert in allen Gremien und auf allen Ebenen einzusetzen.

7.

Sehr geehrter Bischof Stefan,

 

Wann wurden wir Frauen jemals gefragt, ob wir uns in dieser unserer gemeinsamen katholischen Kirche wirklich angenommen und beheimatet fühlen. Das ist bisher nicht geschehen. Dennoch werde ich auf diese nicht gestellte Frage antworten.

An der katholischen Kirche, die sich gerne als die „heilige Mutter Kirche“ bezeichnet und deren Funktionsträger ausschließlich Männer sind, vermisse ich die Mütterlichkeit.

Jeder alleinerziehende Elternteil wird Ihnen bestätigen, wie schwer es ist, Kinder ohne den anderen Elternteil groß zu ziehen. So wie Kinder Mutter und Vater gleichermaßen brauchen, um ihre Persönlichkeit voll entfalten zu können, brauchen auch wir „Kinder der Kirche“ den väterlichen und den mütterlichen Einfluss, damit wir unseren Glauben leben und weiter entwickeln können.

Doch die „Mutter“ Kirche beurteilt ihre Kinder nicht nach ihren Fähigkeiten, ihren individuellen Stärken und Schwächen, sondern nach ihrer Geschlechtszugehörigkeit.

Ähnlich wie in der patriarchalischen Familie bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein, in der die Söhne für die höhere Schule und die höheren Ämter bestimmt waren und die Töchter sich mit dem geringeren Schulabschluss und mit der Haus- und Familienarbeit abfinden mussten, lässt die katholische Kirche auch heute noch ausschließlich Männer zu den höheren Ämtern und Weihen zu. Den Frauen ist der ehrenamtliche Dienst in der Gemeinde und die Zuarbeit für die männlichen Amtsträger zugedacht.

Dieselbe Heilige Mutter Kirche, die Jahrelang tatenlos zugeschaut hat, wie ihre geweihten Söhne sich an Kindern und an Ordensfrauen vergangen haben, erhebt immer noch den Anspruch uns Frauen ihre Sicht der Welt und des Himmels als gottgegeben und darum unveränderlich zu verkaufen.

Wir, diejenigen, die die Kinder gebären, ihnen Liebe und Geborgenheit schenken und ihnen die ersten, grundlegenden Werte des christlichen Miteinanders vermitteln, werden seit Jahrhunderten von Männern, die sich ein eigenes Familienleben versagen, darüber belehrt, wie wir diese Aufgabe „richtig“ anzugehen haben, welche Methoden der Familienplanung wir anwenden sollen, wie eine katholische Frau zu denken und zu fühlen hat und wie sie ihre Spiritualität leben soll.

Während sich in der Gesellschaft ein Wandel vollzogen hat und Frauen in Ausbildung und Beruf mit den Männern weitgehend gleichgezogen haben, bleibt die Katholische Kirche starr bei ihrem Bild der Frau als dem Manne untergeordnetes Wesen.

War dies in früheren Jahrhunderten noch überwiegend gesellschaftlicher Konsens, haben sich die Verhältnisse geändert. Engagierte Frauen haben sich das Recht erkämpft an Universitäten zu studieren und haben bereits vor 100 Jahren das Frauenwahlrecht erstritten. Wir Frauen haben inzwischen ein anderes Bild von uns selbst. Wir wissen, was wir können und wozu wir fähig sind!

Wir können selbstständig denken und handeln. Und wir haben unsere eigene Sichtweise, wie wir unsere Spiritualität leben wollen.

Dass katholische Geistliche uns nicht von Natur aus moralisch überlegen sind wissen wir nicht erst seit den Enthüllungen über die Missbrauchsskandale. Doch wurde im Lichte dieser Ereignisse wieder mehr als deutlich, dass die Priesterweihe einen Menschen nicht automatisch heiliger macht als den Rest der Menschheit. Sie schützt nicht vor Irrtümern und verhindert auch kein Fehlverhalten. Ein Priester, ein Bischof ist immer und ausschließlich ein Mensch, mit allen Fehlern und Schwächen. Und welcher Mensch kann letztendlich absolut sicher sein, ausschließlich nach Gottes Willen zu handeln?

Im Laufe der Geschichte musste sich die Kirche immer wieder von Positionen, die als „gottgegeben“ vorausgesetzt und in der Theologie der jeweiligen Zeit fest verankert waren, verabschieden, weil sich die gesellschaftlichen Verhältnisse verändert haben und neue Erkenntnisse zum Umdenken zwangen.

Es ist kein Einknicken vor dem vielzitierten „Zeitgeist“ wenn Sie und Ihre Kollegen den Forderungen der Frauen nachgeben.

Wir bekommen zu hören, wir würden Forderungen an Gott stellen. Das ist nicht richtig. Wir bitten Gott im Gebet um eine Erneuerung der Kirche in dem Sinne, dass sich alle Gläubigen gleichermaßen im Schoße der Kirche geborgen fühlen können.

Die Forderungen stellen wir an Sie, als Vertreter der Institution Kirche, die von Menschen gemacht wurde und die wie alle anderen menschlichen Organisationen den Gesetzen des gesellschaftlichen Wandels unterliegt.

Solch ein Wandel wird nicht immer durch äußere Umstände in Gang gesetzt, sondern häufig sind unauflösbare Widersprüche innerhalb der eigenen Organisation der Auslöser.

So wurden die Aktionen der Frauen wie Maria 2.0 oder die Kampagne des Bundesverbands der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands nicht von kirchenfernen feministischen Kreisen initiiert und getragen, sondern von Frauen, die z.T. schon jahrzehntelang im meist ehrenamtlichen Dienst der Kirche stehen und die in der Gemeindearbeit unersetzlich sind. Können Sie es sich leisten auf sie zu verzichten?

Darüber hinaus sollten Sie bedenken, dass durch den Zugang von Frauen zu Weiheämter nicht nur die Anzahl infrage kommender Kandidaten und Kandidatinnen steigen würde. Diese Frauen können neue Impulse und frische Ideen einbringen. Sie haben damit die Chance, jungen Menschen, die die katholische Kirche in ihrer jetzigen Form als hoffnungslos reaktionär und veraltet betrachten, einen neuen Zugang zum Glauben zu eröffnen. Und die Kirche braucht junge Menschen, die bereit sind sich für den Glauben zu engagieren.

Sie und Ihre Kollegen haben jetzt die Möglichkeit die Mutter Kirche mütterlicher zu machen, zu einer Kirche, die alle ihre Kinder gleich wertschätzt. Nutzen Sie sie!