Pfarrgemeinden

Sickingen - St. Antonius


Das Dorf Sickingen (531 m ü. NN, Gemarkungsfläche 2,15 km²), liegt 5 km nördlich der Kernstadt stolz auf einer Anhöhe. Es markiert nicht nur die Grenze zum Nachbarkreis Tübingen, sondern auch zur Nachbardiözese Rottenburg-Stuttgart. Überragt wird das Dorf mit seinen 963 Einwohnern von seinem weithin sichtbaren Wahrzeichen, einem gut 200 Kubikmeter fassenden und 31 m hohen Wasserturm.

Von Anfang an war Sickingen wie Bechtoldsweiler eine Filialgemeinde von Stein. Das dortige Pfarrbüro wurde im Vorfeld einer umfassenden Umstrukturierung im Jahr 2000 nach Hechingen verlegt, in deren Gefolge am Pfi ngstmontag 2002 die Seelsorgeeinheit (SSE) St. Luzius errichtet wurde, die von einem Priester und einem Seelsorgeteam geleitet wird.

Die Kirchengemeinde umfasst heute alle Stadtteile Hechingens, also insgesamt neun Gemeinden mit 10.277 Katholiken, wovon in Sickingen 486 leben.

 

Patrozinium: 13. Juni

Nur wenige Heilige erfahren eine Verehrung wie der hl. Antonius von Padua (1195-1231). Nach verschiedenen Umwegen lernte er die junge Gemeinschaft um den hl. Franziskus kennen. Eher zufällig entdeckte man dort seine große Begabung als Prediger, die mit einem tiefen Glauben gepaart war. So sandten ihn seine Oberen als Volksmissionar durch Norditalien und Südfrankreich. Bereits elf Monate nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen, zumal er schon zu Lebzeiten viele Wunder gewirkt hatte. So avancierte er rasch zum Patron der Familien und wurde eifrig bei Krankheiten und Armut angerufen.

Ein Bericht über einen ins Meer gefallenen Ring, der im Bauch eines Fisches wieder gefunden wurde, nachdem Antonius gebetet hatte, förderte das Patronat des Heiligen über verlorene Sachen. Auch heute noch wird er als „Schlampertoni“ gerne um seine Hilfe angerufen. Seine Verehrung in Sickingen kommt nicht zuletzt durch die Antoniusglocke zum Ausdruck, auf der steht: „Heiliger Antonius, du unser Patron, dir empfehlen wir unser leibliches und geistliches Wohl.“


Erstmals urkundlich erwähnt wird der Weiler Sickingen 1188. Politisch wie kirchlich gehörten die Einwohner zu Stein, wo sie an Sonn- und Feiertagen die Gottesdienste besuchten, ihre Toten begruben und wo die Kinder zur Schule gingen. Der Flurname „Killweg“ (Kirchweg) erinnert heute noch an den dabei benutzten Pfad. Einzig an einem Bildstöckchen wurde am Sonntagnachmittag der Rosenkranz gebetet, bis die Sickinger 1738 im Dorf an der Stelle, wo heute das Kriegerdenkmal steht, eine kleine Kapelle errichteten.

Erst 1790 wurde ein eigener Lehrer im Dorf angestellt, 1818 nahm Friederich Kleinmann das Amt als erster Dorfvogt auf. Immer stärker wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche, für die am 12.11.1828 der Grundstein gelegt wurde. In seinem Schreiben bat der Dorfvogt die „Hochfürstliche Hochbreisliche Regierung“ um die Bauerlaubnis für ein größeres Gotteshaus, denn die bisherige Kapelle war „sehr baufelig und so glein, dass nur der halbe Deil der Gemeind Blatz haben darinnen“.

Bereits am 27. Juni 1833 konnte Weihbischof Hermann von Vicari, der spätere Erzbischof von Freiburg, das neue Kirchlein feierlich einweihen (in der gleichen Woche wurden auch die Kirchen von Bechtoldsweiler und Stein konsekriert). Doch auch die alte Kapelle erfüllte weiterhin eine wichtige Aufgabe: Sie diente als Schulhaus, nachdem bis dahin der Unterricht in einem gemieteten Privatraum abgehalten werden musste. Als 1843 auch ein eigener Friedhof in Dienst genommen wurde, konnten nun zur großen Freude der Bevölkerung (von 469 Einwohnern waren 2 jüdisch, die anderen katholisch) regelmäßig Gottesdienste, Beichten, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen stattfinden.


Erst 1925 konnte sich die Pfarrgemeinde eine Orgel leisten, welche die Firma Stehle aus Bittelbronn baute. Die gleiche Firma ersetzte 1983 die alte Orgel durch eine größere, so dass das heutige Instrument zwei Manuale, Pedal und 13 klingende Register umfasst.